Kirsten: Wolfgangs Thesen zu Duhm

Liebe Vorbereitende, ich melde mich kurz zu Wort, weil Ich heute nicht dabei sein werde. Das hat gesundheitlich Gründe und private. Derzeit bin ich außerstande Argument für Argument zu besprechen und zu überdenken. Allerdings möchte ich ein Unbehagen formulieren, das mich bei der Lektüre von Wolfgangs Text mehr und mehr befallen hat. Es geht um den Gestus von Wolfgangs Argumentation. Er stellt neben Duhms Diagnosen und Heilungsbotschaften mit derselben Selbstgewissheit die Seinen. Wenn Duhm schreibt:
“Das Hologramm der Gewalt muß in ein Hologramm des Friedens
verwandelt werden – mittels Kerninformationen Wasser-Retentionsbecken, immanenter
Gott, freie Sexualität, Frieden, Solidarität, Kooperation. (B 9)”

schreibt Wolfgang:

Krieg, Gewalt und Frieden werden immer neben- und gegeneinander
in der Welt des Menschen sein. Sigmund Freud bezeichnet den Kulturprozeß als Kampf
und „wahrscheinlich unversöhnlichen Gegensatz der Urtriebe, Eros und Tod“ (Freud, S.
95) Der Mensch wird somit als Möglichkeitswesen immer beides sein: gewalttätig und
friedlich, aufbauend und zerstörerisch. Der selbe Mensch kann beides wollen oder
unterlassen. Und: Böses kann umschlagen in Gutes und umgekehrt. Es kann nur darum
gehen, das Hervorkommen des Destruktiv-Gewalttätigen zu behindern. Die Gewalt wird
immer als Möglichkeit in uns, in unseren Beziehungen und in der Gesellschaft hocken
und auf ihren Ausbruch „warten“.

Ich frage mich, woher er das so genau weiß? Woher die Gewissheit des prohetischen „es wird sein“ und kann also auch nicht anders sein?

Des weiteren habe ich den Verdacht, dass er Duhms Glauben an die Heilige Matrix durch eine Art Heideggerischen Seinsglauben ersetzt.

Mehr kann ich derzeit nicht denken. Leider versagt meine Argumentationsfähigkeit.
Ich wünsche euch eine gelingende Sitzung heute.

Bis demnächst
Kirsten

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