Anderer Anfang Februar 2013 Januar 2016

Die Themen vom Februar 2013 bis zum Januar 2016


14. 01. 2016 – Lesung und Diskussion: „Walter Benjamin: – Zur Kritik der Gewalt“

Benjamins berühmte Abhandlung aus dem Jahr 1921 steht für uns im Kontext der Lektüre von Hannah Arendt: „Wir Flüchtlinge“; doch gibt es noch andere Bezüge zu unseren Semesterthemen.
PDF-Datei


28. 01. 2016 – Vortrag: „Das Historische Matriarchat!“

Hierzu gab es leider keine Dokumention. Kritik hier.


09. 07. 2015 – „Das Konzept Buen Vivir aus der Sicht des Alberto Acosta“

Das „Buen Vivir“ des Alberto Acosta bezeichnet „das Zusammenleben in Vielfalt und Harmonie mit der Natur“. Welches Welt- und Menschenbild zeigt sich in diesem Konzept? Kann das Konzept Buen Vivir als Lebens-, Politik- und Wirtschaftsweise mit einer Wert- und Verwertungslogik friedlich koexistieren, die in allem vom Menschen ausgeht und alles auf den Menschen zurückführt? Gibt es Brücken zur nicht-anthropischen Denkweise des Wolfgang Welsch und zum Seinsdenken Martin Heideggers? Vorbereitungsmaterial


25. 06. 2015 – Wolfgang Ratzel: „Menschenrechte und Immigration – Warum sterben Flüchtlinge in einer Welt, in der die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ gilt?“

Grundlage: Giorgio Agamben – „Jenseits der Menschenrechte. Einschluss und
Ausschluss im Nationalstaat“


11. 06. 2015 – Jan Köttner: „Die Maschine entlässt den Menschen“

Zur bevorstehenden Entwertung menschlicher Tätigkeit: Wir erleben ein „Zweites Maschinenzeitalter“: Robotik und „Industrie 4.0“ sind auf dem Vormarsch, während immer intelligentere Algorithmen Konsumenten gleich Daten-Schafherden bewirtschaften. Oxforder Forscher haben jüngst 700 Berufe darauf untersucht, ob und wann sie durch Automation und Digitalisierung vollständig ersetzt werden können: Etwa die Hälfte der Professionen sei schon innerhalb der kommenden 10 bis 20 Jahre gefährdet – darunter auch viele höherqualifizierte. Erleben wir womöglich eine Rücknahme der Geschichte der Arbeitsteilung? Was bedeutet das für die Freigesetzten – mehr Zeit für selbstgewählte Tätigkeiten? – Finanziert durch eine Maschinensteuer? Aber werden deren Eigentümer, oder eines Tages die Maschinen selbst, nicht die Frage stellen: „Warum sollen wir für eure Humanität bezahlen?“
Die Oxforder Studie (70 S., englisch) und ein SPIEGEL-Artikel als PDF-Datei


28. 05.2015 – Gesprächsvortrag: „Offene Grenzen? Niederlassungsfreiheit für alle und für alles, oder doch lieber nicht?“

Friedemann R. hat mir ein wichtiges Interview mit Prof. Joachim von Braun vom Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) zugesandt. Es eignet sich als knappe Situationsanalyse, zumal Joachim von Braun mit einigen Klischees aufräumt. (Fundstelle) Nachfolgend seine Hauptthesen.

Joachim von Braun unterscheidet zwischen einer Minderheit von Migrant_innen, die aus Not (Krieg, Verfolgung, Hunger) migriert und einer großen Mehrheit, die illegal oder legal migriert getrieben von der Hoffnung auf besser bezahlte Jobs und/oder Bildung und Weiterbildung.
These 1: Wer migriert? Nicht die Ärmsten und nicht die Reichsten. Es migriert die Mitte zwischen arm und reich. These 2: Die wirtschaftliche Entwicklung der afrikanischen Herkunftsländern (z.B. durch Öffnung der Weltmärkte für afrikanische Produkte) fördert die Migration. Wem es besser geht, hat die Fähigkeit zu migrieren. Wirtschaftliche Entwicklung bringt mehr Migration! Erst auf sehr lange Sicht (30 bis 40 Jahre) stagniert die Migration und geht dann zurück. These 3: Die Bevölkerungsvermehrung führt zu mehr Migration: Das Afrika südlich der Sahara beherbergt heute 1,1 Milliarden Menschen; 2050 werden dort zwei Milliarden sein, 2100 zwischen drei und fünf Milliarden Menschen leben. Die Geburtenrate beträgt derzeit 4,6 Kinder pro Frau und stagniert auf hohem Niveau (teilweise leichter Rückgang, teilweise auch Zunahme). Folge: Riesiger Bedarf an Stellen. Wenn die Integration der Heranwachsenden in den Arbeitsmarkt nicht gelingt, steigt die Migration. Wenn die Integration gelingt, steigt ebenfalls die Migration. These 4: Migrantinnen sind Entwicklungshelfer_innen. Migration bringt Entwicklung – für die Zielländer und für die Herkunftsländer. These 5: Migration erzeugt weitere Migration in die Netzwerke der Angekommenen hinein. Dadurch wird Migration effizienter.

Thesen zu den Bootsflüchtlingen:
1. 2014 sind 200.000 Menschen über die Grenzen in die EU gekommen; 3.500 Flüchtlinge sind ertrunken. Es werden noch Millionen kommen.
2. Joachim von Brauns Vorschläge: „Ja, die (Bootsflüchtlinge) müssen wir aufnehmen. Und in einer Europäischen Union von 500 Mio. Menschen ist das eine verschwindend kleine Zahl.“
Selbstverpflichtung aller Staaten zu einer ordentlichen, sicheren, regelbasierten und verantwortungsbewussten Organisation von Migration.
Aufnahme der Regelung von Migration in die bislang acht Millenniumsziele der UNO.

Empfehlung: „VIVIR BIEN“ Theatergruppe aus Bolivien am 02. und 03.06.2015 zu Gast in Berlin.
Die Theatergruppe Voces en Pie des Kinder- und Jugendzentrums Chasqui aus El Alto, Bolivien, lädt dazu ein, sich mit dem Thema Vivir Bien (dt.: Gutes Leben) zu beschäftigen. Die Philosophie des Vivir Bien basiert auf den Werten der andinen Kosmovision und beschreibt das Zusammenleben in der Gemeinschaft und den Umgang mit der Natur. Was bedeutet Vivir Bien für junge Leute, die einer Großstadt leben, die von starker Umweltverschmutzung, Individualisierung und einem großen Konsumangebot geprägt ist? Das Stück zeigt die Auseinandersetzung der jungen Schauspieler/-innen mit den Werten des Vivir Bien und deren Integration in den eigenen Alltag. Die jungen Künstler/-innen reflektieren Handlungsmöglichkeiten, die es ihnen erlauben, ihre eigene Lebensrealität durch die Einbeziehung von Werten wie Empathie, Gegenseitigkeit, Kollektivität und Respekt gegenüber der Natur zu verändern.

Aufführungstermine:

  • 02. 06. 2015: TheaterSpielRaum, Bethanien-Südflügel, Mariannenplatz 2b, Beginn: 19.30 Uhr
  • 03. 06. 2015: Fu-Berlin, Silberlaube, Raum L113, im Seminarzentrum gegenüber der Mensa, Otto-Von-Simson-Straße 26, Beginn: 18 Uhr (in Zusammenarbeit mit dem Masterstudiengang in Childhood Studies and Children’s Rights, FU Berlin)

07. 05. 2015 – „Politik und Leben als Treuhänderschaft des Seins als Ganzes!? Wie kann eine Lebens- und Politikweise funktionieren, die den Menschen aus dem Mittelpunkt rückt und sich nicht mehr aus der Vorstellung einer „Volkssouveränität“ legitimiert?

Den Horizont des Konzepts „Anderer Anfang – Buen Vivir“ als PDF-Datei
Wiederaufnahme der Diskussion der „Schwarzen Hefte“, aber aus der Perspektive des Seinsdenkens, die mit den metaphysischen Verirrungen Heideggers –völkisches Denken und Antisemitismus– bricht. Es geht somit um die Begründung einer Lebens- und Politikweise DURCH und MIT Heideggers Seinsdenken GEGEN Heideggers völkisch und antisemitisch aufgeladene Metaphysik, die angeblich vom Sein arbeitsteilig – verschickte Aufträge an diverse „Volksdaseine“ zum Grund eines weltgeschicklichen Ringens zwischen Verwurzelungs- und Entwurzelungsdynamiken erklärt.


23. 04. 2015 – Premiere des Konzepts „Anderer Anfang – Buen Vivir“

Nach sehr langer Inkubationszeit beginnt der Versuch, das Heideggersche Denken des Seins als eine Lebens- und Politikweise zu handhaben, die dem Sein gehört und auf das Sein hört. Aber was soll das heissen? – was ist das für ein Sein, auf das mensch hört und dem mensch gehört? Wie kann mensch es überhaupt hören? Und kann eine Lebens- und Politikweise des Seins normativ verfasst werden? Geht das? Heidegger hat seine „Seinspolitik“ in den „Schwarzen Heften“ versucht – und verirrte sich gründlich in der Irrnis metaphysischen Denkens, wo er seine völkischen und antisemitischen Denkfiguren und Ressentiments andocken konnte. In den fünfziger Jahren vertrat Heidegger den Standpunkt, „dass die heutige Gesellschaft nur die Verabsolutierung der modernen Subjektivität ist und dass von hier aus eine Philosophie, die den Standpunkt der Subjektivität überwunden hat, überhaupt nicht mitsprechen darf.“ In der Gegenwart versuchen die neurechten Völkischen um die Zeitschrift „Sezession“, Heideggers metaphysische Irrwege zeitgemäss zu gehen. Der neue Versuch, „Schwarze Hefte“ zu schreiben, richtet sich somit gegen Heideggers ersten Versuch und gegen die neurechten völkischen Entwürfe. Wir werden in nächster Zeit Schritt für Schritt durch den beigefügten Horizont des Konzepts „Anderer Anfang – Buen Vivir“ gehen. Der erste Schritt wird ein Streitgespräch zwischen Jan Koettner und Wolfgang Ratzel über die Bestimmung der Freiheit sein; einer These von Wolfgang Ratzel: Freiheit kann immer nur Freiheit innerhalb von Begrenzungen sein! Begründung: Die Tragfähigkeit der Erde für ALLE Lebewesen bedarf der Begrenzungen des menschlichen Verhaltens. Der Mensch hat die Freiheit, sich an diese Begrenzungen zu binden, und er hat die Freiheit, die von der Ordnung des Seins, dem Nomos des Seins, „zugeteilten“ Ressourcen nach seinen Bedürfnissen zu nutzen! (Es folgen vier wesentliche Begrenzungen).

Gegenthese Jan Köttner: In Moskau, Peking und Riad wird man sich freuen, das zu hören!


18. 12.2014 – Gesprächsvortrag: „Das Konvivialistische Manifest – Für eine neue Kunst des Zusammenlebens! – »Manifeste Convivialiste« – »Déclaration d’interdépendance«“

Das Manifest hat den Anspruch, eine neue politische Philosophie und praktische Formen des friedlichen Miteinanders zu entwickeln. Das Ergebnis wird Konvivialismus genannt (von lateinisch „convivere“ = zusammenleben). Der Name verweist auf eine Art Super-Weltanschauung, die eine Synthese der guten Seiten der gescheiterten Ideologien (Liberalismus, Sozialismus, Kommunismus und Anarchismus) sein soll. Nach der Wiederkehr der Religion als Islamismus kehrt mit dem Manifest aufs Neue nun auch ihr weltlicher Zwilling, die Ideologie, als Hoffnungshorizont und vermeintlicher Ausweg aus der globalen Katastrophe wieder. Mitten in den laufenden Entsubjektivierungsprozessen wird aufs Neue an einem Supersubjekt gebaut, das „Menschheit“ heisst, und das eine „einzig legitime Politik“ entwirft, die dann als „konviviale Gesellschaft“ universalisiert werden soll. Der Vortrag fragt zuallerst nach dem Menschen-Bild des Konvivialismus und dessen Verhältnis zum Wesen der Technik. Auf diese Weise zeigt sich, ob das Manifest eine „Kehre im Denken“ vollzieht, oder nur die global-geltende Logik von Wert- und Unwertsetzungen auf neue Weise weiterführt. Und worin unterscheidet sich das Manifest vom Konzept Buen Vivir? Das Manifest als PDF-Datei


04. 12. 2014 – „Am Lebensstil der globalen Mittelschichten geht die Welt zugrunde!“


20. 11. 2014 – Streitgespräch und Abstimmung über die schweizerische Volksinitiative des Vereins ECOPOP association ecologie et population = Vereinigung Umwelt und Bevölkerung

„Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen“


06. 11. 2014 – Über die Denkweise des Konzepts „BUEN VIVIR“
Die Lebens- und Politikweise des „Buen Vivir“ („Gutes Leben“) folgt einer Rationalität, Logik und Zeit-Auffassung, die unvereinbar ist mit dem geltenden kapitalistischen Entwicklungs- und Wachstumsparadigma. Wir erfahren die Fremdheit der andin-indigenen Kosmovision eines „Seins im Beziehungsgeflecht“. Wer sich vorbereiten will, lese in dem bereits versandten Text von Tatiana López Ayala: „Das Buen Vivir als alternatives Entwicklungskonzept“ die Seiten 10-33. Der Text kann hier angefordert werden. Der Vortrag stellt das Konzept Buen Vivir nicht deshalb vor, um es hierzulande zu imitieren oder –noch schlimmer- um es da, wo seine einzelne Bestandteile passen, zur „Reparatur“ der destruktiven Wirkungen des abendländischen Lebens- und Politikmodells zu gebrauchen. Es geht vielmehr darum zu erkennen, ob und inwieweit die Denkweise des Buen Vivir (seine Kosmovision, Rationalität, Logik, Zeit-Auffassung, Formen und Weise der Wissensgewinnung) in einer untergründigen Beziehung zu einem abendländischen Konzept des Guten Lebens steht, das auf dem Fundament – der abendländischen Frage nach der Wahrheit des Seins und dem Sinn des Daseins; – der Kritik des rechnenden Denkens in Werten (samt seinen Methoden der Wissensgewinnung); – der Kritik des Subjektivismus und – der Kritik der linearen Zeit beruht. Beispiele: (1) Die indigene Kosmovision beschreibt die Beziehung zwischen Mensch und der Natur als harmonisches Verhältnis zwischen der Mutter Erde und ihren Söhnen und Töchtern. Alles, was ist, sind hingegen Geschwister. Das Verhältnis des Menschen zu Tieren, Pflanzen und Anorganischem wird somit als Verhältnis zwischen Geschwistern beschrieben. Der Berg ist Teil der Lebensgemeinschaft und des Beziehungsgeflechts, zu dem der Mensch gehört. Das Unheil kommt aus der Störung dieser auf Fürsorge und Inobhutnahme beruhenden Lebenskreisläufe. Dagegen steht in unserer Denkwelt der Satz „natura non contristatur“. Wilhelm Szabo hat den Satz so gedichtet: “Natura non contristatur: Der Wald ist nicht betrübt. Der Strauch lebt ohne Trost. Es heischt kein Baum Erbarmen.” (2) Was sagt das Konzept Buen Vivir zum Verhältnis des Menschen zu den technisch-kapitalistischen Verhältnissen? – und wie ist dessen Antwort vereinbar mit Heideggers Antwort in der Rede „Gelassenheit“.
(3) Wie steht es mit der unwiderruflich verlorenen Bodenständigkeit und Heimat? Gibt das Konzept Buen Vivir die Aussicht auf eine neue Bodenständigkeit in gewandelter Gestalt?


23. 10. 2014 – Jan Köttner: „Glück bedeutet, des ruhmvollsten Todes teilhaftig zu werden“
Zum Kriegseintritt Deutschlands gegen den Islamischen Staat diskutieren wir die Leichenrede, die Perikles 431v.u.Z nach dem 1. Jahr des Peloponnesischen Krieges über den Särgen der Gefallenen gehalten hat. Die Rede hat Thukydides in seiner „Geschichte des Peloponnesischen Krieges“ (Thuk. 2, 35-46) überliefert. Im Peloponnesischen Krieg standen sich der von Athen geführte „Attische Seebund“ und der Peloponnesische Bund unter der Führung von Sparta gegenüber. Der Krieg dauerte, unterbrochen von einigen Waffenstillständen, von 431 v. Chr. bis 404 v. Chr. und endete mit dem Sieg der Spartaner.

Textgrundlagen: Thukydides: Der Peloponnesische Krieg. (Reclam)
Platon: Nomoi (Die Gesetze – 40 Jahre nach Ende des Peloponnesischen Krieges). In dem Dialog zwischen einem Athener, einem Spartaner und einem Kreter vertreten die beiden letzteren folgende Position: „Denn was die meisten Menschen Frieden nennen, das sei ein bloßes Wort; in Wirklichkeit befänden sich von Natur aus alle Städte mit allen Städten ständig in einem Kriege ohne Kriegserklärung.“ (Nomoi 626a). Der (sokratische) Athener stellt dies in der Folge in Frage.


06. 03. 2014 – Gesprächsvortrag: „Bausteine einer Lebens- und Politikweise jenseits Wertdenken und Ideologie“
Resümee der Themen des Wintersemesters 2013/14 anhand der Grundfragen:
Wie kann eine Lebens- und Politikweise funktionieren, die NICHT auf Weltanschauungen eines „souveränen“ (Kollektiv-)Subjekts beruht, sondern sich vom An-Denken des Seins leiten lässt?
Kann es ein Leben und eine Politik ohne entfaltende Wert- und vernichtende Unwert-Entscheidungen von Subjekten geben?
Welche Wahrheiten zeitigt die Demokratie?
Wie antwortet eine solche seinsorientierte Politik auf das Problem der Einwanderung, des Ausnahmezustands und der Massentötung „überflüssiger“ Tiere? Taugen Geschlecht und „Rasse“ als Klassifikationsmerkmale des Menschen?


20. 02. 2014 – Gesprächsvortrag: „Wer darf rein und wie viele? Und wer entscheidet, wer und wie viele einwandern dürfen?“

Wir diskutieren über die „Volksinitiative gegen Masseneinwanderung“ der Schweizerischen Volkspartei.


06. 02. 2014 – Gesprächsvortrag: „Braucht der Mensch ein Geschlecht?“

„Spurensuche nach einer Lebens- und Politikform jenseits von Wertdenken und Ideologie“

Das wahre Geschlecht, Cristina Nord, die tageszeitung, 10. 05. 2001.
Gender Mainstreaming – Der kleine Unterschied“, Volker Zastrow, FAZ, 07. 09 .2006.
Stellt ihn vom Platz! Eine rote Karte für Volker Zastrows geschlechterpolitische Rhetorik der
Diffamierung, Andrea Geier, literaturkritik.de, Nummer 7, Juli 2006.
Hinrich Rosenbrock: Zur Genderkritik der Antifeminist/innen.
MANNdat als Beispiel einer antifeministischen Männergruppe.
Lebensmensch.
Über die Ablehnung des Geschlechts als Klassifikationseinheit des Menschen am Beispiel des
dekonstruktivistischen Feminismus bzw. Postfeminismus (Judith Butler)


19. 12. 2013 – „Immigration und Selektion II – Wer darf rein und wer bleibt draußen?“

Die Genfer Flüchtlingskonvention selektiert ImmigrantInnen nach den Fluchtgründen. Wer wegen seiner „Rasse“, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder politischen Überzeugung verfolgt wird, darf rein. Wer wegen Armut oder den Folgen der Klimaerwärmung seine Heimat verlassen muss, bleibt draußen vor der Tür. Der Völkermordforscher Gunnar Heinsohn schlägt statt dessen den Bedarf der Aufnahmeländer als Selektionsprinzip vor: „Wer aus Afrika kommende Menschen nicht reinläßt, obwohl im Land Nachwuchs fehlt, muss das überzeugend begründen oder die Grenzen öffnen. Wer nicht begründet, ist ein Heuchler und wer dann obendrein nicht hereinläßt, ist ein Verbrecher.“

Leitfragen:
1.) Welche Kriterien sollen vorerst die Durchlässigkeit der Europäischen Außengrenzen bestimmen? Wie lassen sich die Bevölkerungen in Europa dazu bewegen, diese Durchlässigkeit zu akzeptieren?“
2.) Gibt es eine Immigrationspolitik, die ALLE lebensbedrohlichen Fluchtgründe anerkennt und die ImmigrantInnen NICHT nach Brauchbarkeit bzw. (Mehr-)Wert für das aufnehmende Land selektiert?


11. 07. 2013 – „Erscheinungsformen des vollendeten Nihilismus, Part IV“ (in memoriam Heidegger, Nietzsche und Foucault)

Diskussionsvortrag: Wer sich NUR wehrt, lebt verkehrt! Über Macht und Widerstand unter den Bedingungen der totalen Überwachung im Horizont der neuen Kriegs- und Aufstandsbekämpfungsdoktrin „Gezieltes Töten – Kill or Capture“


27. 06. 2013 – „Erscheinungsformen des vollendeten Nihilismus, Part II“ (in memoriam Heidegger und Nietzsche)

Der ewige (Weltbürger)Krieg

Taksim-Platz, Gezi-Park, Arabellion, verwüstete Vorstädte, Afghanistan, Irak, Lybien, Mali, Somalia, Jemen: In der „Epoche des vollendeten Nihilismus“ wuchert -statt Immanuel Kants „ewiger Frieden“- eher der „ewige Krieg“. Unter dem, was „Frieden“ zu sein scheint, wartet der immerwährende Krieg, ebenso wie unter der Oberfläche der Normalität der immerwährende Ausnahmezustand darauf wartet „auszubrechen“. Es wartet ein Krieg, der sich lange schon vom Staatenkrieg zum Weltbürgerkrieg wandelt – ein Krieg ohne Anfang und Ende gegen einen Feind, der nicht mehr als achtenswerter Gegner behandelt wird, sondern nur noch als ein rechtloser Terrorist, Verbrecher, kuffar (Ungläubiger) oder Klassenfeind, den man straflos entführen, foltern oder töten kann. Die Hemmschwelle ist gering; zum Terroristen und kuffar wird man schnell – man braucht nur den Geki-Park retten wollen. Dieser neue Krieg hat sein Paradigma: Die gezielte Tötung „Find! – Fix! – Finish!“ Und er hat seine Waffen: Die Drohne und den Sprenggürtel. Unter Rückbezug auf Armin Krishnan (Gezielte Tötung) und Carl Schmitt (Theorie des Partisanen) stellen wir die Frage: Was tun, wenn Krieg und Ausnahmezustand zur Regel werden?


06. 06. 2013 – „Kritik der Erscheinungsformen des Nihilismus“
Anwendung der Erkenntnisse aus der Lektüre über den europäischen Nihilismus auf den Demokratismus.
Find! – Fix! – Finish! – Seit 2008 etabliert die Obama-Administration die gezielte Tötung als neues Paradigma von Krieg und Bürgerkrieg gegen den äußeren und inneren Feind. Anläßlich der bundesdeutschen Debatte über die Global-Hawk-Drohne diskutieren wir die verschwiegenen Abgründe der Drohnen-Kriegsführung: Werden wir künftig permanent in einem unsichtbaren Ausnahmezustand leben, der zu jeder Zeit in eine funktionierende Rechtsstaatlichkeit hereinbrechen kann? Taugt die Drohne zur idealen Vollstreckerin des Willens zur Macht?


23. 05. 2013 – „Der Stalinismus – gestaltgewordene Form des Nihilismus?“
Aus Anlass des 60.Todestags von Josef W. Stalin fragen wir, worauf sich die Vernichtungs- und Faszinationskraft des Stalinismus gründete. Zeigte sich in diesem totalitären, Angst und Schrecken verbreitenden Gulag-System eine Form der Herrschaft des Nihilismus, die in anderen Ausformungen im 21. Jahrhundert ihrer Vollendung entgegengeht? Wir versuchen in Film und Diskussion die Ursachen dieser Angst und Faszination verbreitenden Schreckensherrschaft zu analysieren. 1.) Kirsten Reuther mit einführenden Worten zum Stalinismus 2.) Film: „Stalin – Der Tyrann“ 3.) Wolfgang Ratzel versucht den Stalinismus als eine der Formen nihilistischer Herrschaft aufzuzeigen. 4.) Diskussion.


18. 04. 2013 – Wolfgang Ratzel: „Die kommende Gesellschaft“

„Die sieben Sonnen der Seinsverwaltung – Über die Seinsverwaltung als Alternative zu den Herrschaftsformen der kapitalistisch-technischen Verhältnisse“


14. 03. 2013 – Rundgespräch: „Gibt es ein richtiges Leben im falschen?“ Und, wenn nein „Warum nicht lieber gar nichts, als diese Welt?“ (Schopenhauer)

Die Frage bezieht sich auf das Diktum von Theodor Adorno aus „Minima Moralia“: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen!“
In der ursprünglichen Textfassung steht: „Es läßt sich privat nicht mehr richtig leben.“
Adornos höchstpersönlicher „positiver“ Ausweg lautet: „Einzig listige Verschränkung von Glück und Arbeit läßt unterm Druck der Gesellschaft eigentliche Erfahrung noch offen.“


07. 02. 2013 – Arthur Schopenhauers Zugang zum Nichts

Im Abendland konnte der horror vacui, die Angst vor einem absoluten Nichts jahrhundertelang nicht um sich greifen, weil Raum und Zeit erfüllt waren vom unversehrten Sinngewebe des christlichen Glaubens, in dem das Nichts nur als ein relatives eingeflochten war, als ein abgegrenzter Teil der Welt: als Hölle – zwar schaurig genug, um selbst Könige zu ängstigen, doch ohne die Macht, zu lähmen, handlungsunfähig zu machen. Als aber der Glaube unglaubwürdig wurde, schlug die Stunde der Melancholie, des Sinnesorgans für das absolute Nichts. Wir werden der Bedeutung der schopenhauerschen Philosophie für diesen Umbruch nachgehen…

Die Welt als Wille und Vorstellung, Band I, 4. Buch, § 71

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